Fünftklässler setzen Zeichen gegen Kindersoldaten

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„Stopp den Krieg für Kinder“, eindrucksvoll überbrachten die Fünftklässler und ihr Lehrer Jörn Stobbe ihre Botschaft dem Bundestagsabgeordneten Marc Henrichmann. Foto: Büro Marc Henrichmann

Fünftklässler setzen Zeichen gegen Kindersoldaten

Abgeordneter Henrichmann führt muntere Diskussion mit Realschülern

Coesfeld. „Keine Waffen in Kinderhände“, fordern die Klassen 5c und 5d der Freiherr-vom-Stein-Realschule in Coesfeld. Dies schrieben sie im Februar in einer Mail ihrem Bundestagsabgeordneten. Anlass war der Red Hand-Day gegen den Missbrauch von Kindern als Soldaten. Die Antwort bekamen sie nun persönlich in ihrer Schule: Anderthalb Stunden traf sich Marc Henrichmann mit den Fünftklässlern. Die interessierten sich dabei für Politik, aber auch für Musikgeschmack und Hobbys des CDU-Politikers.

Mit dem Brief haben die beiden Klassen ein bemerkenswertes Zeichen gegen den Einsatz von Kindersoldaten gesetzt“, lobte Henrichmann das Engagement, um sich dann den Fragen zu stellen. Krisenherde dürften nicht weiter angefeuert werden, betonte er. „Es ist wichtig, miteinander zu reden“, setzte der heimische Abgeordnete auf Diplomatie. Die stoße aber bei Diktatoren wie Assad in Syrien, der sein eigenes Volk mit Giftgas bekämpfe, an ihre Grenzen.

Mehr wollten die Kinder und ihr Lehrer Jörn Stobbe über den Alltag eines Parlamentariers erfahren. Ob er denn schon Streit mit anderen Politikern geführt habe, fragte eine Schülerin. „Hart diskutieren“ gehöre für die Abgeordneten zwar dazu, „aber immer ohne einander zu beleidigen“, versicherte er. Gerade daran hielten sich AfD-Vertreter allerdings nicht. „Lösungen bieten die Rechtspopulisten sowieso nicht an“, stellte Henrichmann fest.

Auch der Daten- und der Klimaschutz beschäftigte die beiden fünften Klassen. „Wir müssen Vorreiter darin werden, Strom bald sauber, speicherbar und günstig zu produzieren“, unterstrich er. Das werde eine „Riesenaufgabe“, auch für Forscher, meinte Henrichmann zum Abschluss.

Nach der munteren Diskussion in Coesfeld freut er sich auf weitere Gespräche mit Schulen im Wahlkreis. Die seien gerade jetzt besonders wichtig: „Wir müssen klarmachen, wie Demokratie funktioniert, wie Entscheidungen zustande kommen und warum Kompromisse notwendig sind“, betonte der Innenpolitiker, der auch für politische Bildung zuständig ist.