Fairen Wettbewerb mit Arzneimittel-Versendern gefordert

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Über Chancen der „Apotheke 2.0“ informierte Christian Fitte (r.) von der Uni Osnabrück den Abgeordneten Marc Henrichmann, Kreisvertrauensapotheker Dr. Stephan Barrmeyer sowie Vizepräsident Frank Dieckerhoff und Hauptgeschäftsführer Dr. Andreas Walter (v.l.) von der Apothekerkammer. Foto: Büro Marc Henrichmann

Fairen Wettbewerb mit Arzneimittel-Versendern gefordert

Apotheker diskutieren mit Henrichmann über Chancen der Digitalisierung

Kreis Coesfeld. Alle 38 Stunden schließt in Deutschland eine Apotheke. Diese alarmierende Zahl nannte Christian Fitte von der Uni Osnabrück beim Apotheker-Stammtisch in der CDU-Kreisgeschäftsstelle in Coesfeld. „Wir müssen die Versorgung mit Medikamenten vor Ort sichern“, betonte der Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann. Dazu soll eine digital vernetztere „Apotheke 2.0“, die der Wirtschaftsinformatiker Fitte vorstellte, beitragen. Darüber hinaus setzen die Apotheker in Westfalen auf Unterstützung durch die Politik, wenn es um fairen Wettbewerb mit ausländischen Versandhändlern geht.

Gerade in einer älter werdenden Gesellschaft ist die Apotheke vor Ort ein Anker, genau wie der Arzt, die Schule oder der Supermarkt“, rückte Henrichmann die Strukturen im ländlichen Raum in den Vordergrund. Für Frank Dieckerhoff, Vizepräsident der Apothekerkammer Westfalen-Lippe, kommt die Beratungsfunktion hinzu. Der Apotheker, der mit dem Kunden vertraut ist, erkenne beispielsweise Wechselwirkungen, Fehlanwendungen oder Doppelverordnungen. All dies könnten Arzneimittelversender nicht leisten.

Den Wettbewerb nehmen die heimischen Pharmazeuten deshalb an – nur fair sollte er sein. Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs sind ausländische Unternehmen allerdings nicht an deutsche Preisregeln gebunden. Die Apotheker fordern daher gleiche Chancen durch „Gleichpreisigkeit“. Das bedeutet, dass rezeptpflichtige Arzneimittel überall gleich viel kosten sollen. Henrichmann unterstützte dies: „Apotheken erfüllen einen gesetzlichen Versorgungsauftrag“, stellte er fest. „Das muss sich auch in einem besonderen gesetzlichen Schutz wiederfinden.“

Neben dem persönlichen Kontakt zum Kunden soll eine zunehmende Digitalisierung zur weiteren Stärke der Apotheken werden. „Wir lassen im Gesundheitswesen unzählige Daten ungenutzt, anstatt sie sinnvoll einzusetzen“, stellte Christian Fitte fest. Henrichmann warnte davor, zu hohe Schranken für neue Technologien zu setzen. „Datenschutz muss praktikabel sein“, unterstrich der Datenschutz-Experte der CDU-/CSU-Fraktion.

Marc Henrichmann (2.v.r.) und Kreisvertrauensapotheker Dr. Stephan Barrmeyer (3.v.l.) begrüßten Apotheker aus ganz Westfalen-Lippe zum Stammtisch in Coesfeld. Dazu gehörten Dr. Olaf Elsner vom Vorstand des Apothekerverbandes sowie seitens der Apothekerkammer Vizepräsident Frank Dieckerhoff und Hauptgeschäftsführer Dr. Andreas Walter (v.r.). Foto: Büro Marc Henrichmann