Einblicke in die Integrationsarbeit vor Ort

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Marc Henrichmann (3.v.r.) informierte sich in der Flüchtlingsunterkunft in Harle bei Ludger Schulte-Roling, Gabriele Groß, Majlinda Krasniqi, Norbert Lütkenhaus und Gerburg Schwering (v.l.). Foto: Büro Marc Henrichmann

Einblicke in die Integrationsarbeit vor Ort

MdB Henrichmann besucht Coesfelder Flüchtlingsunterkunft

Coesfeld. Die Flüchtlingspolitik bestimmt die politische Agenda in Berlin wie aktuell kaum ein anderes Thema. Die wichtige Integrationsarbeit wird allerdings vor allem vor Ort geleistet. In einer Flüchtlingsunterkunft in Coesfeld sprach der heimische Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann mit Mitarbeitern der Flüchtlingsinitiative und der Fachstelle Integration beim Deutschen Roten Kreuz in der Kreisstadt.

Über 30 Menschen leben in dem ehemaligen Restaurant in Harle. Damit sei die Einrichtung gut belegt, berichtete Norbert Lütkenhaus von der Flüchtlingsinitiative in Coesfeld. „Die Familien wie die Einzelpersonen zu integrieren, verlangt viele Gespräche und Unterstützung durch Ehrenamtliche und Fachkräfte, um sie an unsere gesellschaftlichen Systeme heranzuführen und sie ihnen zu vermitteln“, erklärte Gabriele Groß, Leiterin der Fachstelle. Es fehle an Ehrenamtlichen, an bezahlbarem Wohnraum oder auch an Kindergartenplätzen, erfuhr der CDU-Politiker auch von Majlinda Krasniqi, Gerburg Schwering, Ludger Schulte-Roling und Norbert Lütkenhaus von der Flüchtlingsinitiative.

Auch Henrichmann sah in Spracherwerb und Bildung die Schlüssel zur Integration. Um den Geflüchteten eine Perspektive zu geben, befürwortet er zügigere Asylverfahren. „Es ist eine Frage der Menschenwürde, die Betroffenen nicht zu lange im Ungewissen zu lassen“, erklärte der Abgeordnete. Dies sei auch der Grundgedanke, der hinter den AnKER-Zentren stehe. Dort sollen die Ankommenden versorgt und behördlich erfasst werden, denn „wir müssen wissen, wer zu uns kommt“. Wer in Deutschland bleibe könne, werde dann einer Kommune zugewiesen.

Henrichmann sprach sich dafür aus, Migranten Brücken über das Asylrecht hinaus zu bauen. Dazu werde die Bundesregierung noch in diesem Jahr ein Fachkräfteeinwanderungsgesetz vorlegen. Der bestehenden 3+2-Regelung, die Geflüchteten eine verlässliche Duldung während der Ausbildung und ein zweijähriges Aufenthaltsrecht bei anschließender Beschäftigung einräumt, soll ein weiteres verlässliches Jahr vorgeschaltet werden. „Dadurch gewinnen wir Zeit für eine Ausbildungsvorbereitung in unserem dualen Berufsbildungssystem“, erklärte Gabriele Groß. Diese Vorbereitung sei dringend geboten: „Viele brauchen ein individuelles Coaching, um die betriebliche Ausbildung und das Berufskolleg zu schaffen“, stellte sie fest.