Corona-Manöverkritik: Blick auf Menschen nicht verlieren

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Wie die Einrichtungen des betreuten Wohnens bisher durch die Corona-Krise gekommen sind, erfuhren die CDU-Abgeordneten Marc Henrichmann (l.), Wilhelm Korth (2.v.l.) und Dietmar Panske (r.) von Sandra Sonnenberger (2.v.r.), Ria Große Ahlert und Martin Althoff. Foto: Büro Marc Henrichmann

Corona-Manöverkritik: Blick auf Menschen nicht verlieren

Vertreter des betreuten Wohnens im Gespräch mit CDU-Abgeordneten

Kreis Coesfeld / Billerbeck. Wie hat sich die Corona-Pandemie auf Einrichtungen des ambulanten betreuten Wohnens ausgewirkt? Zur „Corona-Manöverkritik“ trafen sich der Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann und seine CDU-Landtagskollegen Wilhelm Korth und Dietmar Panske im Billerbecker Bahnhof mit Vertreterinnen und Vertretern des Vereins „IBP Interkulturelle Begegnungsprojekte“, des Sozialwerks St. Georg und von Haus Hall.

Viele Hilfspakete schnürte die Politik bereits, zum Beispiel für Firmen und Familien, für Selbstständige und die Kultur. „Wir dürfen dabei die Auswirkungen der Pandemie auf die Menschen nicht aus dem Blick verlieren“, betonte Henrichmann. Besonders betroffen von den Corona-Folgen sind Menschen mit psychischer Behinderung oder einer Suchterkrankung, die in Einrichtungen des betreuten Wohnens leben. Diese Einrichtungen seien bisher gut durch die Corona-Krise gekommen, erklärten Sandra Sonnenberger vom Sozialwerk St. Georg in Lüdinghausen, Ria Große Ahlert von Haus Hall und Martin Althoff vom IBP in Coesfeld mit Blick auf die Infiziertenzahlen.

Allerdings werde die Pandemie die Gesellschaft noch länger begleiten, zeigten sie sich mit den CDU-Politikern einig. „Wir wollen gewappnet sein für eine nächste Welle“, so Althoff. Dazu gehört aus seiner Sicht, dass der direkte Draht zu Behörden und Beratungsstellen nicht gekappt wird. „Einige Beratungsstellen waren während des Shutdowns geschlossen, in manchen Ämtern waren unsere Ansprechpartner nicht erreichbar“, berichtete er.

Die Einrichtungen möchten außerdem auch im Falle künftiger Einschränkungen die Werkstätten für Behinderte zumindest für einen Notbetrieb offen halten. Abstand halten sei dort oft besser möglich als in Wohnheimen. Gerade psychisch erkrankten Menschen falle zudem rascher „die Decke auf den Kopf“, betonte Althoff. Dass die Politik für den Kampf gegen Corona „keine Blaupause“ habe, räumte Panske ein. „Wir haben aber gelernt“, sieht er die staatlichen Stellen nun besser gerüstet. Bei einem weiteren, lokal eingrenzbaren Corona-Ausbruch wünschte sich Henrichmann vor allem klare Entscheidungswege. Korth hob das große Engagement der Fachkräfte im betreuten Wohnen während der Pandemie hervor, „die weit über ihre Kräfte hinaus“ sehr viel Arbeit geleistet hätten.