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Von ihrem erfolgreichen Blühstreifen-Projekt berichteten LOV-Vorsitzender Heinrich Markenfort (3.v.r.) sowie die Landwirte Michael Dirting (l.) und Daniel Lenfort (r.) dem Abgeordneten Marc Henrichmann (Mitte) sowie Bürgermeisterin Sonja Schemmann (3.v.l.) und den CDU-Ratsherren Tobias Elshoff (2.v.l.) und Jonas Hülskötter. Foto: Büro Marc Henrichmann

Blühendes Nordwalde

Landwirte berichten Henrichmann von ihrem Projekt und ihren Sorgen

Nordwalde. Rund um Nordwalde blüht es – auch dank der Landwirte. Fast 20 von ihnen, fünfmal mehr als im Vorjahr, haben Blühschneisen angelegt und so wertvolle Lebensräume geschaffen. „Freiwillig, ganz ohne Bürokratie“, versicherte Heinrich Markenfort, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsvereins (LOV) Nordwalde, im Gespräch mit Marc Henrichmann. Der heimische Bundestagsabgeordnete war im Rahmen seiner Sommertour ins Rathaus gekommen, zum Gespräch mit Bürgermeisterin Sonja Schemmann und Vertretern der örtlichen Landwirtschaft.

Dass die Landwirte sich selbstverständlich für ihre Umwelt engagieren, auch ohne irgendwelche Vorgaben, erwähnte Markenfort nicht ohne Grund. Immer wieder steht sein Berufsstand in der Kritik. „Doch es geht nicht ohne unsere Landwirte“, betonte Henrichmann. „Wir haben die besten und saubersten Lebensmittel weit und breit“, stellte der CDU-Politiker fest. Er warnte davor, Ängste zu schüren und „Politik gegen die Landwirte“ zu betreiben. Probleme, wie beispielsweise zu hohe Nitratwerte im Grundwasser, müssten gemeinsam angegangen und gelöst werden. Dazu seien die Landwirte im Wahlkreis, mit denen er spreche, auch bereit. Sinnvoll fand er, dass aktuell das Messstellennetz evaluiert werde.

Viel zu oft wird faktenfrei diskutiert“, bedauerte Henrichmann. Er ermunterte die Landwirte dazu, in diesen Diskussionen „aus der Deckung zu gehen“ und ihre Höfe, wenn möglich, zu öffnen. Zu viele Menschen hätten nie einen landwirtschaftlichen Betrieb von innen gesehen. „Fatal“ fand der Parlamentarier, wenn Landwirte ihren Kindern dazu rieten, aufgrund eines rauen gesellschaftlichen Klimas und steigender Auflagen den elterlichen Hof nicht zu übernehmen. Hier müssten sich Gesellschaft und Politik hinterfragen. Sonst sterbe der bäuerlichen Familienbetrieb am Ende aus. „Das kann niemand wollen.“

Dass die Hofübergabe von Alt auf Jung ihre Tücken hat, darüber berichtete Horst Kiepe. Der Agrar-Mediator versucht in solchen Fällen zu vermitteln. „Zuhören“ sei seine Aufgabe, „auf die Lösung müssen die Beteiligten selbst kommen“. Wenn die Generationen auf den Höfen eng zusammenleben, seien Konflikte oft vorprogrammiert. „Älteren fällt es schwer loszulassen“, erklärte Kiepe. Kommt dann noch ein Schwiegerkind ins Haus, herrsche schnell „stille Messe“, obwohl man sich ständig über den Weg laufe. Er versuche, das Gespräch wieder in Gang zu bringen. Drei Sitzungen braucht er, „dann weiß ich, ob es Aussicht auf Erfolg gibt“.