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Auszubildende dringend gesucht

 

MdB Marc Henrichmann besucht Arbeitsagentur in Coesfeld

 

Kreis Coesfeld. Felder wie Innen- und Sicherheitspolitik standen zwar bisher im Zentrum der
parlamentarischen Arbeit des neuen Bundestagsabgeordneten Marc Henrichmann. Doch
darüber hinaus gilt sein Interesse auch dem Bereich Arbeit und Soziales, aus seiner Sicht
„Zukunftsthemen für das Münsterland“. Eine Einschätzung, über die sich Johann Meiners und
Rolf Heiber, der Leiter der Agentur für Arbeit in Coesfeld und sein Stellvertreter, besonders
freuten. Beim Antrittsbesuch des CDU-Politikers wurde direkt vereinbart, sich auch künftig
regelmäßig auszutauschen.

 

Aus vorherigen Gesprächen mit Unternehmern hat Henrichmann mitgenommen, dass
qualifizierte Kräfte, aber auch Auszubildende schwierig zu finden sind. Kreative Ideen sollen
helfen, Azubis mobiler zu machen, damit sie eine Lehre beginnen können. So berichtete
Henrichmann von einem Unternehmer, der seinen Nachwuchskräften ein E-Bike zur
Verfügung stellen möchte. „Aktuell bereite ich einen Antrag vor, damit dies nicht länger als
steuerpflichtiger geldwerter Vorteil eingestuft wird“, berichtete er.

 

Den Eindruck eines Mangels an Auszubildenden bestätigte Meiners: „4.900 neue
Ausbildungsverträge in unserem Agenturbezirk sind ein guter Wert, aber der Bedarf der
Wirtschaft ist höher“, erklärte er. Der Agentur-Chef wünschte sich, dass sich mehr junge
Leute für eine duale Ausbildung entschieden.

 

Und noch weitere Zahlen hatten die Arbeitsmarktexperten für ihren Gast vorbereitet: 3,2
Prozent betrug zum Jahresende die Arbeitslosenquote in den Kreisen Coesfeld und Borken,
rund 10.500 Menschen suchten eine Stelle. Im Schnitt 120 Tage dauert die Arbeitslosigkeit,
das ist der zweitbeste Wert in NRW. Allerdings: „Die demografische Entwicklung und das
Qualifizierungsniveau sind Herausforderungen trotz eines günstigen Arbeitsmarktes“, stellte
Meiners fest.

 

Aus diesem Grund kümmert sich die Agentur nicht nur um Menschen ohne Arbeit. Sie
qualifiziert auch Ungelernte weiter, um sie noch fitter für den Arbeitsmarkt zu machen. Von
der Politik wünschten sich Meiners und Heiber, dass Umschulungen flexibler gehandhabt
werden und bei Bedarf drei statt zwei Jahre dauern dürften. „Viele benötigen eine längere
Unterstützung“, erklärten sie. Auch regten sie an, mehr Anreize für eine Umschulung zu
schaffen: „Wer in einer Maßnahme 40 Stunden arbeitet, bekommt genauso viel
Arbeitslosengeld wie derjenige, der zu Hause bleibt“, bemängelte Meiners.

 

​Foto:

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Trotz guter Arbeitsmarktzahlen: Agentur-Chef Johann Meiners (l.) und sein Stellvertreter Rolf
Heiber (r.) berichteten dem Bundestagsabgeordneten Marc Henrichmann über anstehende
Herausforderungen. Foto: Büro Marc Henrichmann