30 Jahre Deutsche Einheit: „Wir haben viel erreicht“

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„Wir haben viel erreicht“, blickte Zeitzeugin Antje Leushacke-Berning im Gespräch mit Marc Henrichmann auf 30 Jahre Deutsche Einheit zurück. Foto: Büro Marc Henrichmann

30 Jahre Deutsche Einheit: „Wir haben viel erreicht“

Film und Zeitzeugin berichten in Lüdinghausen vom Wunder der Wende

Lüdinghausen. Die mutigen Menschen in der DDR ermöglichten mit der friedlichen Revolution erst die Deutsche Einheit, die vor 30 Jahren vollzogen wurde. Der Familienfilm „Fritzi – Eine Wendewundergeschichte“ erzählt aus der Sicht eines zwölfjährigen Mädchens von den dramatischen Tagen in Leipzig. Zum Feiertag am 3. Oktober organisierte der Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann im CineMotion in Lüdinghausen eine Sondervorführung mit Zeitzeuginnengespräch: Die heutige Dülmenerin Antje Leushacke-Berning berichtete im Anschluss an den Film eindrucksvoll von den historischen Ereignissen.

130 junge und ältere Besucherinnen und Besucher waren ins Kino gekommen – die Plätze im Saal waren damit unter Corona-Bedingungen ausverkauft. „Genauso war es gewesen“, zeigte sich Antje Leushacke-Berning sehr bewegt vom Film. Die Zeitzeugin erzählte vom Gefühl, der DDR-Staatsmacht gegenüber ausgeliefert zu sein. „Je größer die Proteste wurden, umso mehr hatten die Menschen aber das Gefühl bekommen: Wir können es tatsächlich schaffen.“

Auch sie setzte sich damals für Demokratie und Reisefreiheit ein. Gestärkt habe die Demonstranten in der DDR, dass das Westfernsehen über die Proteste berichtete. Deshalb sei es heute so wichtig, auch die Menschen in Belarus nicht in ihrem Freiheitskampf zu vergessen. 30 Jahre nach der Wiedervereinigung zog Antje Leushacke-Berning ein positives Fazit, auch wenn nicht alles gut gelaufen sei. „Aber wir können stolz sein und, wenn wir zurückblicken, sagen: Wir haben viel erreicht.“

Anschließend stellte sich Antje Leushacke-Berning den Fragen der Zuschauerinnen und Zuschauer. Auch die Jüngeren zeigten sich dabei gut informiert, fragten nach Schießbefehlen und Stasiakten. „Gerade viele junge Leute haben heute ganz hautnah nachfühlen können, was für ein großes historisches Geschenk die Deutsche Einheit ist“, resümierte Henrichmann.